Richtig prompten, und wann du einen KI Assistenten brauchst
Warum die meisten ChatGPT falsch nutzen, und wie du es besser machst
Du hast ChatGPT ausprobiert, vielleicht nutzt du KI sogar regelmäßig. Aber die Ergebnisse? Mal okay, mal komplett daneben. Und du fragst dich: „Mache ich was falsch?"
Kurze Antwort: Wahrscheinlich ja. Aber nicht, weil du zu wenig von KI verstehst, sondern weil niemand dir gezeigt hat, wie man richtig promptet.
Richtig prompten bedeutet: Aufgaben so formulieren, dass ChatGPT versteht, was du wirklich willst. Genau wie bei einem neuen Teammitglied – je klarer deine Anleitung, desto besser das Ergebnis.
In diesem Artikel zeige ich dir drei Stufen, wie du ChatGPT richtig nutzen kannst – von schnellen Alltagsaufgaben bis hin zu wiederkehrenden Prozessen, die du komplett automatisieren kannst.
Stufe 1: Einfache Aufgaben – bessere Prompts schreiben mit ACT
Für schnelle, unkomplizierte Aufgaben reicht eine einfache Struktur. Wenn du effektiv prompten willst, ohne lange nachzudenken, nutze ACT:
A – Act as (Wähle die richtige Rolle)
C – Context (Gib genügend Kontext)
T – Task (Formuliere die Aufgabe klar)
Beispiel: LinkedIn-Post schreiben
„Agiere als Marketing-Beraterin. Ich bin selbstständige Trainerin und biete Workshops zu Kommunikation und KI an. Schreib mir 5 Ideen für LinkedIn-Posts, die meine Expertise zeigen, ohne werblich zu klingen."
Warum das funktioniert:
Act as gibt ChatGPT eine Perspektive (eine Marketing-Beraterin denkt anders als ein Steuerberater)
Context sorgt dafür, dass die KI versteht, worum es geht
Task beschreibt, was genau die KI tun soll
Das reicht für 80 % deiner Aufgaben. Newsletter-Entwürfe, Brainstorming, Zusammenfassungen, erste Textentwürfe – alles, was du schnell brauchst.
Tipp: Wenn du ChatGPT richtig nutzen willst, fang hier an. Drei Sätze, klare Struktur, sofort bessere Ergebnisse.
Stufe 2: Komplexe Aufgaben richtig prompten mit ACTION+
Wenn's anspruchsvoller wird – z. B. eine Präsentation vorbereiten, eine Strategie entwickeln, einen Pitch schreiben – reicht ACT nicht mehr.
Hier brauchst du ACTION+:
A – Act as
C – Context
T – Task
I – Iterate Output (Stil, Format, Detailgrad festlegen)
O – Output (Beispiele geben, „Fewshot"-Methode)
N – Netiquette (Motivation einbauen)
Beispiel: Workshop-Konzept entwickeln
„Agiere wie eine Strategieberaterin. [ACT AS]
Ich bin selbstständige Trainerin und plane einen neuen Workshop zum Thema 'KI im Arbeitsalltag'. Zielgruppe: Führungskräfte in mittelständischen Unternehmen, die KI nutzen wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. [CONTEXT]
Erstelle mir ein Konzept für einen eintägigen Workshop. [TASK]
Gehe dabei folgendermaßen vor: [ITERATE OUTPUT]
Analysiere die Zielgruppe und deren Herausforderungen
Entwickle eine Agenda mit 4–5 Modulen
Schlage interaktive Formate vor (keine reinen Vorträge)
Formuliere ein knackiges Nutzenversprechen für die Ausschreibung
Schreibe ein Workshopkonzept: strukturiert, klar, praxisnah. [OUTPUT]
Hier ein Beispiel, wie ich mir den Ton vorstelle:
[Beispiel einfügen]
Das ist wichtig für meine Arbeit – nimm dir Zeit und gehe Schritt für Schritt vor." [NETTIQUETTE]
Was hier passiert:
Iterate Output: Die KI arbeitet schrittweise, statt alles auf einmal zu machen
Output: Ein Beispiel zeigt, wie das Ergebnis aussehen soll
Netiquette: Der letzte Satz motiviert die KI (ja, das funktioniert tatsächlich – Studien zeigen's)
Das ist die Stufe, auf der du wirklich hochwertige Ergebnisse bekommst. Wer bessere Prompts schreiben will, arbeitet mit dieser Struktur. Aber: Es kostet Zeit. Und wenn du dieselbe Aufgabe immer wieder hast…
Stufe 3: Wiederkehrende Aufgaben – KI-Assistenten statt immer neu prompten
Hier wird's spannend. Stell dir vor, du musst jede Woche:
LinkedIn-Posts schreiben (in deinem Stil)
Workshop-Nachbereitungen erstellen
Angebote formulieren
Kundenfragen beantworten
Jedes Mal denselben langen Prompt schreiben? Nervig.
Die Lösung: Ein KI-Assistent.
Ein Assistent ist ein vorkonfigurierter Prompt, der deine Arbeitsweise, deinen Stil, deine Zielgruppe schon kennt. Du gibst nur noch die konkrete Aufgabe ein – der Rest läuft automatisch.
Beispiel: Statt jedes Mal neu prompten
Vorher:
„Agiere wie eine Marketing-Beraterin. Ich bin Trainerin, meine Zielgruppe sind Führungskräfte, schreib mir einen LinkedIn-Post über…"
Mit Assistent:
„Schreib mir einen Post über das Thema XY."
Der Assistent weiß schon, wer du bist, wie du schreibst, was deine Zielgruppe ist.
Wann lohnt sich ein Assistent?
Wenn du dieselbe Art von Aufgabe mindestens 1x pro Woche hast
Wenn du einen klaren Stil/Prozess hast, den die KI lernen kann
Wenn du Zeit sparen willst, ohne Qualität zu verlieren
Wer ChatGPT richtig nutzen will, automatisiert wiederkehrende Aufgaben. Das spart richtig Zeit!
Fazit: Welche Stufe brauchst du?
| Aufgabe | Methode | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Schnelle Texte, Brainstorming, Entwürfe | ACT | Einmalige, einfache Aufgaben |
| Strategien, Konzepte, komplexe Inhalte | ACTION+ | Wenn's anspruchsvoll wird |
| Wiederkehrende Prozesse | KI-Assistent | Ab 1x pro Woche dieselbe Aufgabe |
Die meisten Menschen bleiben bei Stufe 1 – und wundern sich, warum ChatGPT nicht „richtig funktioniert". Dabei liegt's nicht an der KI. Sondern daran, dass niemand ihnen gezeigt hat, wie man effektiv promptet.
Richtig prompten ist keine Raketenwissenschaft. Es ist Delegation. Und wie bei jedem guten Teammitglied gilt: Je klarer deine Anleitung, desto besser das Ergebnis.